Sonntag, 15. November 2009

Emma Bürstung

Heute Abend, kurz vor dem Schlafen gehen:

"Schööön..."

"Mach weiter..."

Eigentlich bin ich ein absoluter Blitzmuffel, in Fachsprache ausgedrückt also ein "Available Light Photographer".

Für einen bevorstehenden Auftrag komme ich aber nicht darum, einen Blitz einzusetzen. Das vorhandene Licht liegt bei 2,5 bis 3 EV, da geht selbst mit einem lichtstarken Objektiv und hoher Empfindlichkeit nicht mehr viel, wenn die Qualität nicht auf der Strecke bleiben soll.

Also habe ich aufgerüstet, für meine Panasonic G1 einen dicken Metz-Blitz gekauft und den ganzen Samstag geübt und ausprobiert, bis ich ein Setup hatte, dass für das bevorstehende Event geeignet ist. Es soll das vorhandene stimmungsvolle (Gegen-)Licht so mit einem indirekten Aufhellblitz kombinieren, dass ersteres voll zur Geltung kommt und der Aufhellblitz dafür sorgt, dass die fotografierten Personen korrekt belichtet sind (vor allem ihre Gesichter müssen einwandfrei zu erkennen sein).

Genau dieses Setup habe ich auch bei diesen beiden Bildern verwendet (hier hatte ich immerhin noch eine Helligkeit von gut 4 EV). Das Setup ist eigentlich für Farbaufnahmen gedacht, weil es die warmen Farbtemperaturen der vorhandenen Lichtquellen schön in Szene setzt. Aber wie man sieht, kann man die Ergebnisse auch gut nach schwarz-weiss konvertieren.

Dienstag, 10. November 2009

Roter Wagen

Aufgenommen am Sonntag nach dem Brückenabriss, in den ersten Minuten nach Freigabe der A23:


Aufgenommen mit der GF1 und dem 20/1.7er bei Blende 8 und einer 1/15 s. Hat ein paar Versuche gekostet, bis so ein schönes Exemplar herausgekommen ist.

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Freitag, 6. November 2009

Brückenabriss an der A23

Gerade wird begonnen, die Kirchweg-Brücke über die A23 bei Itzehoe-Nord abzureißen. Dazu soll die Autobahn von heute 20 Uhr, bis Sonntag Mittag, 14 Uhr, voll gesperrt und der Verkehr durch die Stadt umgeleitet werden. Da sich dieses interessante Ereignis quasi vor meiner Haustür abspielt, werde ich versuchen, alle paar Stunden einen Status-Bericht samt Foto abzuliefern.

Los geht's, so soll ein Logbuch funktionieren!

Freitag, 6.11., ca. 20:00 Uhr:


Die Arbeiter haben begonnen, die Leitplanken zu demontieren und abzutransportieren. Gegen 20:30 wurde die Autobahn in Nord-Süd-Richtung gesperrt, die Gegenrichtung war noch befahrbar.

Freitag/Samstag, 6./7.11., Mitternacht:




Die Brücke sieht schon ziemlich angefressen aus, sie wird von insgesamt sechs Abrissbaggern bearbeitet. Zwei durchlöchern sie von oben und je zwei sitzen am Hang bzw. an den Längsseiten und knabbern den Beton von der Seite an. Das Ganze macht einen ziemlichen Lärm; ich glaube nicht, dass die Anwohner in dieser Nacht besonders viel Schlaf bekommen werden.

Samstag, 7.11., ca. 7:00 Uhr:



Die beiden seitlichen Zufahrten auf die Brücke sind verschwunden, jetzt versuchen die Bagger, sich in der Mitte durchzufressen. Das ist ein mühsames Geschäft, denn der Beton ist eigentlich zu dick für die Werkzeuge. Die Bagger können ihn nicht einfach durchbeißen, sondern nagen immer nur kleine Teile von der Oberfläche ab.

Der Staub der dabei entsteht, ist nordwestlich der Brücke gelandet; die Häuser der Anwohner sind verschont geblieben. Die Bagger sowie Böschung und Fahrbahn nördlich der Brücke dagegen nicht, sie sehen aus wie gepudert.

Samstag, 7.11., ca. 9:00 Uhr:



Nun liegt sie, so schnell kann's gehen! Wenn ich das nächste Mal hier bin, werden wahrscheinlich nur noch Krümel übrig sein.

Samstag, 7.11., ca. 13:00 Uhr:


Der östliche Brückenpfeiler ist schon pulverisiert; der Westliche wehrt sich noch, aber sein Ende ist abzusehen. Die Böschung ist ebenfalls bereits ein gutes Stück abgetragen, der Sand mit Lastern fortgeschafft. Mittlerweile hat es angefangen zu regnen. Das freut die Staubgeplagten und diejenigen, die sonst die Bagger waschen müssten, und es nervt die Fotografierenden.

Der Abriß ist nach wie vor Ziel vieler Schaulustiger, die sich das Spektakel trotz des Nieselregens nicht entgehen lassen wollen. Neben den Normalbürgern waren auch einige Fotografen mit dickeren Taschen dabei. Innerhalb des Bauzauns wurde ebenfalls fotografiert, und auf der gegenüberliegenden Seite hat sich sogar ein Kameramann mit Stativ und großem Gerät abgemüht (mitten in der Staubfahne). Gerade bekam ich eine Mail von P. M. Dietz, der ebenfalls ein paar Bilder vom Brückenabriss in seinem Weblog hat.

Samstag, 7.11., ca.15:00 Uhr:


Auf diesem Bild sieht man, wie die Böschung abgetragen wird. Der Bagger oben gräbt den Sand frei und schiebt ihn nach unten. Der Radlader nimmt ihn auf und verlädt ihn auf den LKW, der ihn dann abtransportiert.

Samstag, 7.11., ca. 20:00 Uhr:


Es ist wieder dunkel, und es hat aufgehört zu regnen. Der Powermoon neben dem Dixi-Klo wurde gerade wieder angeschaltet. Die Arbeiten sind nach wie vor in vollem Gange, keine Ahnung, wie die Arbeiter das durchhalten. Ob dort unten Schichtdienst gefahren wird?


Noch immer knabbern und pickern die Bagger an dem östlichen Brückenpfeiler - scheint eine harte Nuss zu sein. Wenn das erledigt ist, fehlen noch die Widerlager auf beiden Seiten der Brücke, zudem die Böschung und natürlich die abschließenden Aufräumarbeiten. Ein Mann neben mir meinte, "das schaffen die nie bis morgen Mittag". Wir werden sehen.


Immer mal wieder kann man beobachten, dass es irgendwelche Schwierigkeiten gibt, meistens mit den Werkzeugen an den Baggern. Dann holt jemand eine Brechstange hervor oder einen großen Schraubenschlüssel und bringt die Sache in Ordnung. Das scheinen Kleinigkeiten zu sein, die sich schnell beheben lassen. Insgesamt halten die Maschinen den mittlerweile 24-stündigen Dauerbetrieb erstaunlich gut durch.

Sonntag, 8.11., ca. 3:00 Uhr:



Auch mitten in der Nacht sind zwei Bagger mit hydraulischen Hämmern damit beschäftigt, den östlichen Brückenpfeiler zu zerlegen - bei geschätzten 50 cm Materialstärke eine mühselige Arbeit. Zwei weitere Bagger zerlegen die Armierung und räumen den Schutt an die Seite. Weitere Fahrzeuge sind derzeit nicht zu sehen.

Bis in etwa 100 Meter Entfernung ist der Lärm ziemlich groß, danach wird's schnell weniger, und in 400 Metern Entfernung ist kaum noch etwa zu hören. Unmittelbar betroffen sind vielleicht ein Dutzend Häuser - deren Bewohner dürften bereits die zweite Nacht mit Schlafstörungen hinter sich haben. Mal sehen, ob sich jemand öffentlich darüber beschwert. Es hat ja bereits im Vorfeld einigen Unmut gegeben, weil die Anwohner durch den Abriss der Brücke vom Heiligenstedtener Forst abgeschnitten werden, den viele zum Joggen, Spazieren- oder Gassi-Gehen nutzen. Und dies vor dem Hintergrund der Tatsache, dass der Neubau der Ersatzbrücke mit etwa einem Jahr veranschlagt ist.

Sonntag, 8.11., ca. 9:00 Uhr:


Der Brückenpfeiler ist nun pulverisiert, seine Reste werden abtransportiert. Auf der gegenüberliegenden Seite haben sich zwei Bagger daran gemacht, das westliche Widerlager zu zernagen. Langsam wird's eng für die Jungs von der Fa. Ernst Karl, die diesen Abbruchauftrag erhalten haben.

Sonntag, 8.11., ca. 12:00 Uhr:


Um eine etwas andere Perspektive zu bekommen, bin ich nach dem Frühstück mit dem Fahrrad auf die andere Seite der Autobahn gefahren. Statt wie bisher 500 Meter ist dieser Punkt nun 4 Kilometer entfernt. Was tut man nicht alles für seine Leser ;-)

Dort lag der Abbruch des westlichen Widerlagers in den letzten Zügen. Hier zeigte sich noch einmal die erstaunliche Stabilität des seinerzeit hergestellten Stahlbetons. Der im Bild rechts befindliche Bagger hat mehrfach versucht, den Betonstumpf abzubrechen oder umzukippen. Nichts zu machen! Auch dieses harmlos aussehende Fragment wollte Stück für Stück in kleine Teile zermeisselt werden.


Wie man auf der gegenüberliegenden Seite sehen kann, bleiben Reste der Widerlager stehen (dort wo der Mann mit der Sicherheitsweste und der Videokamera steht). Offenbar müssen diese nicht vollständig entfernt werden, bevor die Autobahn wieder geöffnet werden kann.


Parallel zu den letzten Abbrucharbeiten wurde bereits begonnen, die Autobahn zu räumen und zu säubern. Die letzte Aufnahme ist etwa 12:45 Uhr entstanden, Teile der Fahrbahn werden schon gefegt und gespült.

Sonntag, 8.11., 14:15 Uhr:


Sie haben es tatsächlich geschafft, Respekt!

Der Verkehr rollt wieder. Zwar nur tröpfchenweise und nur in einer Richtung, aber der Rest wird nicht lange auf sich warten lassen. Verglichen mit dem Lärm der letzten Tage herrscht hier jetzt eine geradezu himmlische Ruhe. Die zahlreichen Zuschauer (viel mehr als zuvor - was sie jetzt wohl noch sehen wollen?) verfolgen die Wiedereröffnung der A23 gewissermaßen mit angehaltenem Atem, mit einer Art majestätischem Gefühl von Erhabenheit. So als wenn man 20 Meter über dem Wasser auf dem Promenadendeck eines sehr großen Schiffes steht und lautlos aus dem Hafen gleitet. Als das erste "echte" Auto vorbeifährt, wird das deutlich hörbar anerkannt.

Sonntag, 8.11., 15:00 Uhr:


Mit der kurzen Ruhe es vorbei, der Autobahn-Verkehr rollt nun wieder in beiden Richtungen. Die Baustelle ist vollkommen verlassen, und wüsste man es nicht besser, man würde nicht auf die Idee kommen, dass hier 40 Stunden lang eine halbe Hundertschaft an Arbeitern mit schwerem Gerät eine ziemlich stabile Betonbrücke unter großem Getöse in ihre Bestandteile zerlegt hat. Nun sind sie zu Hause und verbringen den Rest des Sonntags mit ihren Familien oder haben sich ins Bett gelegt, um den ausgefallenen Schlaf nachzuholen.

Auch für mich ist dieser selbstgestellte Auftrag zu Ende und ich will sehen, dass ich die verbleibenden Stunden noch ein wenig zur Erholung nutze. Ich habe den Abbruch ebenfalls knapp 40 Stunden lang begleitet und war zwölf mal vor Ort, davon mehrmals zu "unmöglichen" Zeiten. Dabei habe ich etwa 300 Aufnahmen gemacht, von denen gut 40 überlebt haben. Fotografiert habe ich die komplette Reportage übrigens mit der Panasonic GF1 und dem 20/1.7er, in der Nacht war auch ein Stativ mit von der Partie. Ein Erfahrungsbericht zu dieser Kombination sowie eine kleine Nachlese zu der Reportage selbst folgen in Kürze.

Nachtrag: die Norddeutsche Rundschau hat in der Ausgabe vom 9.11. ebenfalls einen großen Artikel über den Brückenabriss gedruckt. Er ist unter dem Titel "Sandbett für Brücken-Abriss" auch in der Online-Ausgabe zu finden.

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Mittwoch, 4. November 2009

Urwald im Fenster

Ich arbeite derzeit an einer kleinen Serie über Dubrovnik, aber es wird noch ein paar Tage dauern, bis sie fertig ist. Damit die Wartezeit nicht zu lang wird, hier schon einmal eines der vielen Details, die mir während der Tour durch die Stadt aufgefallen sind:


Das Fenster gehörte zu diesem Haus:


Es zählt wahrscheinlich nicht zu den ersten Adressen in der Altstadt, aber es zeigt gut den dortigen, relaxten, mediterranen Wohn- und Lebensstil: die mit Wäscheklammern befestigten Gardinen hängen außen an den Fenstern, der Putz bröckelt von der Fassade, und von den Fensterrahmen blättert die Farbe. Und niemanden scheint es sonderlich zu stören.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Fliegenpilze

Heute Nachmittag haben wir einen kleinen Spaziergang durch die Wackener Tonkuhlen gemacht:


Zwar war uns nicht ein einziger Sonnenstrahl vergönnt, aber die Pilze leuchteten so auffällig durch das Dickicht, dass sie auch bei bedecktem Himmel für ein Bild gut waren.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Korčula

Korčula ist eine der größeren kroatischen Inseln und liegt in der Nähe von Dubrovnik. Die Landschaft ist grün und hügelig, das Meer tiefblau und glasklar, und hinter jeder Ecke findet man eine Bucht mit Stegen und Booten, mit denen die Einwohner zum Fischen oder zu einer der vielen kleinen Inseln vor der Küste fahren:



Der gleichnamige Ort im Osten der Insel ist auch ihr Zentrum und gilt als eines der schönsten Hafenstädtchen Kroatiens.:



Korčula hat eine sehenswerte Altstadt von vielleicht 200 mal 200 Metern Größe, deren Hauptstraße man über eine große Freitreppe betritt. Sofort findet man sich in einem Gewirr aus Gassen und Treppen wieder, die nach drei Seiten zum Meer hinunter führen:


An allen Ecken finden sich Cafés oder Restaurants und natürlich die üblichen Läden mit Souvenirs; es gibt auch ein paar Galerien und einige Kirchen und Museen (Marco Polo soll dort geboren sein). Insgesamt gibt die Altstadt ein sehr schönes und geschlossenes mittelalterliches Stadtbild ab; man kann fast sagen, eine Art "Miniatur-Dubrovnik".


So schön die Insel, so beschwerlich die Anfahrt: vom Flughafen Dubrovnik ist man etwa drei Stunden mit Bus und Fähre (oder Wassertaxi) unterwegs. Aber wer mittelalterliches Flair in mediterraner Umgebung mag, wird Korčula mögen und kann dort ein paar schöne Urlaubstage verbringen.

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Montag, 19. Oktober 2009

Zwiespältige Eindrücke

Wir sind gerade aus dem Urlaub zurück. Und zwar aus einem europäischen Land, in dem es so aussieht:


Aber auch so:


Auf der einen Seite trifft man auf traumhafte Küstenregionen mit türkisfarbenem Meer, tollem Wetter und mittelalterlichen Städtchen, auf der anderen Seite sieht man die Relikte eines Bürgerkrieges, der gerade einmal 20 Jahre zurück liegt. Wahrscheinlich ist es nicht schwer zu erraten, welches Land gemeint ist; zu beiden Aspekten werde ich in den nächsten Tagen ein paar Worte sagen und viele Bilder zeigen.

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Mittwoch, 7. Oktober 2009

Big Tasty Bacon - Großen Leckeren Speck

Neulich fiel uns die Verpackung eines größeren Burgers in die Hand:


Auf der Unterseite stand geschrieben, was drin ist:


Also haben wir beschlossen, einen solchen "Großen-Leckeren-Speck" (Original Google-Übersetzung) aus Einzelteilen nachzubauen:


Auf der Waage stehen 55 g Sonnenblumenöl (ein halbes Wasserglas voll!), rechts daneben Salz und Zucker. Dahinter Eiweisspulver aus dem Fitness-Studio mit Erdbeergeschmack. Rührt man zunächst die pulverigen Sachen zusammen und gibt dann das Öl darunter, entsteht eine leicht krümelige rosa Masse:


In Anlehnung an die Form des Original-Gerichts haben wir daraus einen großen, fettigen rosa Keks geformt und diesen 35 Minuten bei 170 Grad Celsius gebacken:


Das Ergebnis ist ein großer, fettiger brauner Keks mit der Konsistenz von Sand und dem Geschmack von angekokelten Erdbeeren:


Für den Gaumen also ein echtes Erlebnis - und durchaus geeignet, 45 Prozent unseres täglichen Bedarfs an Nährstoffen zu decken!

Wenn er drin bleibt.

Also viel Spaß beim Nachbauen und guten Appetit!!!

Sonntag, 4. Oktober 2009

Spiel mit mir

Am liebsten hätte Emma es, wenn man den ganzen Tag mit ihr spielen würde:


(Außer natürlich in den zwanzig Stunden, in denen sie schläft)

Das Bild ist entstanden, als ich mit dem Schwarz-Weiss-Modus der E-P1 herumspielte. Die Lichtempfindlichkeit war auf 800 ISO eingestellt, die Belichtungszeit betrug 1/10 Sekunde, die Aufnahme entstand freihändig. Dank des funktionierenden Bildstabilisators der E-P1 ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass auch bei solchen Belichtungszeiten brauchbare Aufnahmen gelingen. Auch das Rauschverhalten ist in Ordnung; besser kann es wahrscheinlich auch ein 800-ISO-Film nicht.

Der lahme Autofokus nervt zwar nach wie vor, aber ansonsten hat die kleine Kiste auch ihre Vorzüge...

Freitag, 25. September 2009

Fliege

Samstag, 19. September 2009

Lägerdorf

Lägerdorf ist eine kleine Gemeinde im Kreis Steinburg, etwa 10 km von Itzehoe entfernt. Sein Untergrund besteht aus sehr reiner Kreide, weshalb sich vor etwa 150 Jahren die Zementindustrie in der Gemeinde angesiedelt hat. Seither haben die Alsen'schen Portland Cementfabriken und ihre Nachfolger (aktuell: Holcim) das Bild des kleinen Ortes geprägt und ihm über die Jahre einen gewissen Wohlstand gebracht.

Fährt man durch den Ort, sieht man überall Spuren der Zementindustrie und des Kreideabbaus, darunter schöne, aber auch weniger schöne:



Man muss sich nicht allzu sehr anstrengen, um zu sehen, dass Lägerdorf unter den Folgen des Kreideabbaus zu leiden beginnt; insbesondere unter der Instabiliät der tiefen Gruben, aus denen jahrzehntelang die Kreide im Tagebau gefördert wurde.

Bereits vor 3 Jahren hat es einen Einbruch in der Straße Sandweg gegeben, der einen Teil des Ortes unpassierbar gemacht hat; einige Bilder habe ich seinerzeit in dem Artikel Einbruch in Lägerdorf vorgestellt. Noch immer ist die Situation praktisch unverändert. Zwar wurde die Einbruchstelle mit einer zeltartigen Konstruktion notdürftig vor Wettereinflüssen geschützt, aber eine echte Lösung ist nicht in Sicht:


Der Sandweg bleibt jedenfalls weiterhin gesperrt und blockiert eine der beiden Verbindungen zwischen südlichem und nördlichem Ortsteil:


Vor ein paar Wochen kam es noch dicker für die Gemeinde. Bei der gut einen Kilometer vom Ortskern entfernten Kreidegrube Saturn hat man Untergrundbewegungen festgestellt und befürchtet offenbar einen Einbruch der naheliegenden L116 zwischen Breitenburg und Lägerdorf. Also haben die Behörden diese kurzerhand gesperrt:



Angesichts des Unglücks von Nachterstedt ist das nachvollziehbar, aber es führt dazu, dass nach dem Sandweg nun auch noch eine von drei Zufahrtsstraßen in den Ort nicht mehr passierbar ist. Das wiederum ist nicht nur kosmetischer Natur, sondern hat offenbar eine ganze Reihe von Konsequenzen für die Anwohner und Geschäftsleute (siehe z.B. diesen Artikel im Steinburg-Magazin).

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Mittwoch, 16. September 2009

Olympus E-P1 Firmware 1.1

Olympus hat wegen der nicht sehr überzeugenden Autofokus-Performance seiner - ansonsten sehr gelobten - E-P1 eine ganze Menge Kritik einstecken müssen. Umso erfreulicher ist es, dass die Software-Ingenieure relativ schnell reagiert haben und gestern ein Firmware-Update zur Verfügung gestellt haben, das diese Probleme adressiert.

Nachdem ich in einem früheren Artikel die Fokussiergeschwindigkeit ausführlich getestet hatte, war ich nun natürlich gespannt, was die Aktualisierungen wirklich bringen. In den einschlägigen Foren (z.B. auf dpreview.com) hatte ich zuvor von Verbesserungen der Initialfokussierzeit um 40 Prozent sowie von noch besseren Refokussierzeiten gelesen.

Also habe ich das Setup aus obigem Vergleich nachgebaut und die Messungen mit aktualisierter Firmware wiederholt:


Zwar ist tatsächlich eine signifikante Verbesserung herausgekommen. Allerdings liegt sie "nur" in der Größenordnung von etwa 200 ms., das entspricht etwa 16 Prozent. Der Durchschnittswert beträgt nun 1,08 Sekunden, verglichen mit 1,30 Sekunden vor dem Update:


Da in meinem Setup zwischen zwei Messungen weder Motiv noch Kamerastandpunkt verändert werden, hatte ich erwartet, dass die Messungen Nummer 2 bis 30 schneller sind als die erste, was auch tatsächlich der Fall zu sein scheint. Erst hatte ich das nicht gesehen, aber nachdem ich noch einmal nachgemessen habe, bin ich nun sogar der Meinung, dass die Verbesserungen ausschließlich auf die verbesserte Refokussierung zurückzuführen sind.

Der jeweils erste Fokussiervorgang nach dem Defokussieren dauert nämlich etwa solange wie der Durchschnittswert vor dem Firmware-Update, alle Folgemessungen dagegen sind schneller. In der alten Messung hatte ich das nicht unterschieden - rein theoretisch könnte also auch damals die Initialfokussierung etwas langsamer gewesen sein. "Rein praktisch" glaube ich aber nicht daran, denn alle mir bekannten Anwenderstimmen kritisierten gerade, dass das Refokussieren bei der E-P1 jeweils ebenso lange gedauert hat wie das initiale Scharfstellen - ganz im Gegenteil zur Panasonic G1, die das wesentlich schneller erledigt.

Die Schlußfolgerung daraus wäre also, dass das (erste) Scharfstellen eines neu anvisierten Motivs leider nicht schneller geworden ist. Erst beim erneuten Scharfstellen auf dasselbe Motiv (oder auf eines in vergleichbarer Entfernung) geht es etwas schneller. Hat man den in den Foren vielfach geäußerten Rat befolgt, das automatische Scharfstellen vom Auslöseknopf zu trennen und auf die AEL/AFL-Taste zu legen, hat man demzufolge nicht besonders viel von der Änderung, denn das Refokussieren tritt bei dieser Autofokus-Steuerung natürlich seltener auf als in der Grundeinstellung.

Es bleibt also dabei, Panasonic hat mit der Autofokus-Technologie der G1/GH1 auch weiterhin die Nase vorne. Dennoch ist das Firmware-Update natürlich allen E-P1-Besitzern zu empfehlen, denn es bringt immerhin eine gewisse Verbesserung - wir wollen schließlich nicht undankbar sein.

Der Vollständigkeit halber soll noch einmal darauf hinweisen werden, dass alle meine Erkentnisse aus einem einzigen experimentellen Setup resultieren, das mit einem einzigen Motiv, einer einzigen Fokussierentfernung und festen Zeit- und Blendeneinstellungen unter nicht allzu üppigem Kunstlicht arbeitet. Zudem habe ich nur das 14-42er Kit-Objektiv getestet, nicht aber das 17er und hatte nur jeweils einen Body und ein Objektiv jedes Typs zur Verfügung. Jeder möge daher für sich selbst einschätzen, wie repräsentativ die hier gemachten Aussagen sind und inwiefern sie verallgemeinert werden können. Für einen breiter angelegten Test fehlt mir die Zeit (und - ehrlich gesagt - auch die Motivation ;-).

In einem der nächsten Artikel werde ich untersuchen, wie sich das Firmware-Update bei Verwendung des Panasonic-Objektivs oder -Bodies auswirkt.

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Freitag, 11. September 2009

Schuster

Komisches Bild, ich weiss. Aber der Kleine (oder die?) lag heute morgen so einladend auf meiner Fensterbank, dass ich nicht wiederstehen konnte (ihr müsst das Bild anklicken, die Vorschau ist sehr unscharf):


Gezeigt wird eigentlich die Makro-Fähigkeit des 14-42er Kit-Objektivs der Olympus E-P1. Echte Spezies werden die Nase rümpfen, aber für den Hausgebrauch ist diese gar nicht mal so schlecht. Man kommt nämlich bei jeder Brennweite bis auf 25 cm an das Motiv heran (an die Bildebene wohlgemerkt- der Abstand zur Frontlinse ist noch eine Ecke kürzer). So ergeben sich bei 42 mm Brennweite durchaus beachtliche Makrofähigkeiten; der Schusterkörper ist nur 1,7 cm lang.

Das Hauptproblem bei dieser Art von Aufnahmen ist die sehr geringe Tiefenschärfe. Ich habe mit Blende 14 gearbeitet, also einer Blende, bei der das Objektiv schon nicht mehr seine maximale Schärfe erreicht, und trotzdem beträgt die Schärfentiefe vielleicht einen Millimeter. Sowohl die Augen als auch den Rüssel und die Fühler gleichzeitig scharf zu bekommen, ist also nicht möglich.

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Sonntag, 6. September 2009

Hamburg, grau in grau

Gestern war in Hamburg ziemlich wechselhaftes Wetter. Von sonnigen T-Shirt-Temperaturen bis zu fiesem Schmuddelwetter gab es alles an einem Tag, und das jeweils mehrfach. Die meisten Leute lassen bei solchen Bedingungen ihre Kameras in der Tasche, aber eigentlich ist es zum Fotografieren gar nicht so übel. Man braucht nämlich nicht immer Sonnenschein und blauen Himmel, um interessante Aufnahmen zu machen.

Fangen wir zuerst mit einem typischen Regenbild an. Bei der folgenden Aufnahme stand ich auf einer der nördlichen Treppen der Kennedy-Brücke, Blickrichtung Außenalster. Auf diesem Bild ist tatsächlich alles grau in grau, die Aufnahme entstand gegen Ende eines längeren Regenschauers, als die ersten Wagemutigen sich wieder unter der Brücke raus trauten:


Auch die nächste Aufnahme profitierte vom Wetter - auf ihre ganz eigene Art und Weise. Sie entstand nämlich etwa 5 Minuten vor dem Schauer, und gelang nur, weil der sehr böige Wind die Zweige ständig durcheinander wehte und für Sekundenbruchteile immer mal wieder den Blick auf den Fernsehturm und das Radisson-Blu-Hotel freigab:


Bei solchen Wetter ist es auch oft eine gute Idee, die Wolken in die Bildgestaltung mit einzubeziehen. Die folgende Aufnahme zeigt die Hochhäuser am Berliner Tor mit dunklen, teilweise aufgerissenen Wolken, die der Szenerie eine gewisse Dramatik verleihen:


Und wenn man aufpasst, erwischt man auch einmal einen Sonnenstrahl vor sonst dunklen Himmel, wie in der folgenden Aufnahme, die in der Nähe der S-Bahn-Haltestelle Hammerbrook in der City-Süd entstand:


Wenn man sich also den naheligenden Unanehmlichkeiten solcher Touren unterzieht, besteht durchaus die Chance, brauchbare Bilder mit nach Hause zu bringen. Ähnlich wie in 2 1/2 Stunden Hamburg beschrieben, sind alle hier gezeigten Bilder innerhalb weniger Stunden enstanden. Man braucht dazu keine teure Ausrüstung, nur ein gutes Auge und etwas Geduld.

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Mittwoch, 2. September 2009

Feuer im Penny-Markt

Als ich Anfang August mit dem Motorrad in Hamburg-Rahlstedt war, sah ich im Vorbeifahren zufällig dieses Bild:


Da ich zunächst keine Zeit hatte anzuhalten, fuhr ich weiter, fand aber am Abend die Stelle nicht wieder. Ein paar Tage später recherchierte ich die Straßenecke aus der Erinnerung und fand heraus, dass es sich wohl um den Penny-Markt am Schimmelreiterweg handeln musste, der in der Nacht vom 20. auf den 21. Juli abgebrannt war.

Eine Woche später war ich wieder da und sah, dass meine Vermutung gestimmt hatte. Weil mich das Bild der Brandruine und das Ausmaß der Zerstörung so sehr beeindruckt hat, habe ich - unter dem misstrauischen Augen einiger Anwohner - ein paar Bilder gemacht:


Der Fall ist bereits aufgeklärt: ein 16-jähriger Schüler hat den Markt angesteckt. Der Sachschaden ist immens, aber glücklicherweise wurde niemand verletzt.


Besonders erschreckend fand ich den schon beinahe surrealen Charakter, den die geschmolzene Aluminium-Fassade in Höhe der Dachkonstruktion hatte.

Sonntag, 30. August 2009

Alsen Itzehoe

Obwohl nicht mehr viele Gebäude stehen, zieht das Alsen-Gelände im Süden von Itzehoe nach wie vor regelmäßig Schaulustige an:


Auch ich sehe von Zeit zu Zeit nach, ob sich irgendetwas verändert hat. Nach wie vor taugt das Gebiet und seine nähere Umgebung als Foto-Location allererster Güte und man kann in einer Stunde eine ganze Reihe interessanter Motive ablichten:




Auch die obligtorischen Graffities lassen sich nach wie vor bewundern:


In Sprayer-Kreisen mag Alsen vielleicht nicht mehr so berühmt sein wie zu seinen besten Zeiten, aber man findet dennoch regelmäßig neue Kunstwerke an den alten Wänden und wer diese bunten Bilder mag, kommt nach wie vor voll auf seine Kosten.

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Freitag, 28. August 2009

Ohne Augenzwinkern zum Gruppenbild

Wer hat sich nicht schon einmal darüber geärgert, dass auf einem unwiederbringlichen Gruppenbild einer der Beteiligten die Augen geschlossen hat, wegschaut oder eine Grimasse schneidet. Der Grund ist ebenso einfach wie die Abhilfe, und beides lässt sich leicht mit Mitteln der Wahrscheinlichkeitsrechnung erklären.

Laut Wikipedia dauert bei Männern ein Lidschlag zwischen 300 und 400 ms., und erfolgt etwa 11 mal in der Minute. Bei Frauen ist die Dauer etwas kürzer, dafür schließen sie die Augen 19 mal pro Minute. Das führt dazu, dass Männer die Augen etwa 7,3 Prozent ihrer wachen Zeit geschlossen haben, Frauen 9,5 Prozent; im Mittel also 8,4 Prozent.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Augen beim Abdrücken ist, liegt also im Mittel bei 91,6 Prozent (1-0,084). Bei einem Einzelfoto ist das OK, sollen mehrere Personen fotografiert werden, schwinden die Erfolgsaussichten jedoch schnell. Bei zwanzig Personen gemischten Geschlechts ist die Chance, auf Anhieb ein "gutes" Bild zu schießen (also eins, bei dem alle Augen offen sind), nur etwa 17 Prozent, also eins zu fünf. Bei 30 Personen sind es nur noch 7 Prozent, bei 30 Frauen sogar nur noch 5 Prozent ([1-0.095]30). Man kann sich einem solchen Fall also ziemlich sicher sein, dass es nicht klappt mit dem guten Foto - was ja auch die Erfahrung lehrt.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, damit umzugehen. Einerseits kann man die Anzahl der Versuche erhöhen. Also nicht eins, sondern zwei, fünf oder noch mehr Fotos schießen. Wer kennt nicht die Profis, die den Politiker mit acht Bildern pro Sekunde regelrecht "abschießen". Andererseits kann man versuchen, die Aufmerksamkeit der Gruppe zu erhöhen ("Haaallloooo", "jetzt kommt das Vögelchen", "Cheese", usw.) und so die Wahrscheinlichkeit für das Schließen der Augen zu vermindern (Aufmerksamkeit hält wach).

Sehen wir uns die erste Variante an. Die Formel für das Gelingen mindestens eines Bildes mit n Personen berechnet sich bei m Versuchen zu:

p(n,m) = 1-(1-((1-0,084)n))m

Von größerer praktischer Bedeutung ist die Frage, wie oft man abdrücken muss, um bei n Personen mit ziemlicher Sicherheit mindestens ein gutes Foto im Kasten zu haben. Wenn man - wie das die meisten Statistiker tun - unter "mit ziemlicher Sicherheit" 95 Prozent versteht, kann man obige Formel nach m auflösen und erhält:

m = log(1-0.916n)0.05

Für einige Werte von n kann man das Ergebnis der folgenden Tabelle entnehmen:

n m
-----
1 2
2 2
3 3
5 3
10 6
20 16
30 41
50 240

Wie man sieht, steigt die Anzahl der erforderlichen Auslösungen mit zunehmender Personenzahl stark an. Während bis etwa 10 Personen gut eine Handvoll Bilder ausreichen, muss man bei der 30er-Gruppe schon 41-mal abdrücken, bei der 50er sogar 240-mal. Was in den meisten Situationen, denen man als Amateur begegnet, natürlich unrealistisch ist.

Die Situation entspannt sich deutlich, wenn man es schafft, die Wahrscheinlichkeit des Lidschlags zu verringern, indem man beispielsweise die Aufmerksamkeit der Gruppe im Moment des Auslösens erhöht. Vermindert man sie nur auf die Hälfte, sinkt die Anzahl der nötigen Auslösungen erheblich:

n m
-----
1 1
2 2
3 2
5 2
10 3
20 6
30 10
50 25

Auch Gruppen mit 30 oder mehr Personen werden so mit guten Erfolgschancen fotografierbar. Als Faustformel sollte man sich merken, kleinere Gruppen mit 3 bis 5, und größere mit 5 bis 10 Auslösungen zu fotografieren.

Jeder Fotograf hat so seine eigenen Tricks, die Aufmerksamkeit auf den entscheidenden Moment zu lenken. Wichtig ist es, den Kontakt zur Gruppe zu halten und klar zu machen, wann man auf den Auslöser drückt. Ein langgezogenes "Aaaaaaaaaachtung", bei dem schon auf dem letzten "a" das erste Mal und unmittelbar nach dem "g" noch einmal abgedrückt wird, ist beispielsweise eine Möglichkeit. Insgesamt sollte die Stimmung gut sein, damit die Leute locker bleiben und nicht verkrampfen. Wichtig ist auch, zügig zu arbeiten. Die Spannung bleibt nicht lange erhalten, und wenn der Fotograf ewig braucht, um sein Bild in den Kasten zu bekommen, wird auch der Bemühteste den Spaß an der Sache verlieren und nicht mehr freundlich in die Kamera schauen.

Das folgende Bild zeigt ein Beispiel für ein Gruppenportrait mit über 40 Personen:


Abgesehen vom Auf- und Abbauen des Stativs und der Zeit, die benötigt wurde, bis alle richtig standen, hat die eigentliche Foto-Session nur zwei Minuten gedauert. Die allermeisten Personen auf dem Bild sind aufmerksam und schauen freundlich in die Kamera, nur drei blicken etwas zur Seite. Insgesamt habe ich knapp zehn Aufnahmen gemacht, davon drei mit Selbstauslöser.

Wie man sieht, kann man mit etwas Glück und den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung seine Chancen auf gute Bilder erheblich erhöhen. Wie diese Aussage und die hier verwendeten Formeln auch auf gänzlich andere fotografische Situationen übertragen werden können, werden wir in einem zukünftigen Artikel betrachten.

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Sonntag, 16. August 2009

Einzelbild oder Serie?

Am letzten Sonntag sind wir nahe Bielenberg (bei Glückstadt) zufälligerweise Zeugen eines Unfalls geworden, der - so hoffe ich - gerade noch einmal glimpflich abgegangen ist.

Die Geschichte ist schnell erzählt.

Zwei jungen Mädchen war beim Reiten auf einem Stoppelfeld das Pferd durchgegangen und in einen gut 3 Meter tiefen Entwässerungsgraben gestürzt. Die Reiterin blieb unverletzt, aber das verängstigte und erschöpfte Tier konnte sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien, ja drohte zeitweilig sogar zu ertrinken. Die Mädchen waren verständlicherweise in großer Aufregung.

Die herbeigerufene Feuerwehr konnte das Tier nur mit großer Mühe und unter Einsatz der Drehleiter aus dem Graben ziehen. Ein Tierarzt musste die Stute zuvor ruhig spritzen. Es wurden mehrere Versuche unternommen, das Pferd an der Kranvorrichtung zu befestigen; der anfängliche Versuch, das Pferd mit Muskelkraft nach oben zu ziehen, scheiterte gänzlich. Insgesamt hat die Rettungsaktion gut 1 1/2 Stunden gedauert und war von einiger Dramatik.

Wie illustriert man nun diese Geschichte?

Erste Möglichkeit: man nimmt ein starkes Einzelbild und erzählt die eigentliche Geschichte in textueller Form.

Zum Beispiel einer der ersten Versuche, noch ohne Drehleiter,

oder Schaulustige während der Rettungsaktion,

oder das geschwächte Pferd in den Schläuchen.

Zweite Möglichkeit: man lässt die Bilder sprechen und erzählt in einer Folge von Aufnahmen wichtige Details in Form einer kleinen Geschichte. In diesem Fall bietet sich beispielsweise die finale Bergungsaktion an, also die, bei der es letztlich gelungen ist, das Pferd aus dem Graben zu bekommen:





Welche Variante man wählt, ist natürlich nicht nur Geschmackssache, sondern hängt auch von der Art der Präsentation und den Möglichkeiten des Mediums ab. Die Tageszeitung wird in aller Regel nur Platz für ein einziges Bild haben, und das meist auch noch kleinformatig. In Online-Medien kann man dagegen oft auch mehrere Bilder unterbringen und die gesamte Geschichte erzählen. Voraussetzung ist natürlich in beiden Fällen, dass man lange genug vor Ort war und genügend (verwertbare) Bilder zur Verfügung hat.

PS. In der Norddeutschen Rundschau vom 10. August war übrigens folgendes Foto zu sehen (nicht von mir, versteht sich ;-):


Die Größe des Bildes war immerhin 12 x 9 cm, und es war gerahmt von einem recht ausführlichen, vierspaltigen Textbericht.

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Donnerstag, 13. August 2009

Emma schwimmt

Bekanntlich gehören Jack Russel Terrier nicht zu den Hunderassen, die besonders gern schwimmen gehen. Im Gegensatz zu einem Labrador, der zum Spielen gar nicht schnell genug ins Wasser kommen kann, oder einem Neufundländer, der sogar in der Wasserrettung eingesetzt wird, muss man einen Jackie zu seinem Glück zwingen:


Lässt man Hund zu Wasser, fangen die Beine schon ein Stückchen über der Wasseroberfläche an sich zu bewegen:


Nach dem Eintauchen geht es dann im klassischen Hundepaddeln so schnell wie möglich an das rettende Ufer:


Diese Prozedur des Einfangens und Zuwasserlassens klappt allerdings höchstens ein- oder zweimal, danach bekommt man das Tier nicht mehr zu fassen. Schade, schade, denn die Kleine schwimmt doch wirklich nicht schlecht, oder?

Sonntag, 9. August 2009

Altes Freibad Seesen

Vor über 30 Jahren zeigte mir einmal eine Mitschülerin das alte Seesener Freibad. Es lag mitten in der Stadt, aber niemand kannte es. Unter den Schülern war es eine Art Geheimtipp. Schon damals war es lange durch das (heute nicht mehr existierende) Freibad am Brillteich und das Hallenbad Sessen (heute Sehusa Wasserwelt) abgelöst worden.

Umso erstaunter war ich, als ich mich vor einer Woche auf die Suche machte und eben dieses alte Schwimmbad noch genauso vorfand wie zu meinen Zeiten als Schüler:


Ich war damals nur ein einziges Mal vor Ort und hatte nicht mehr als ein paar vage Erinnerungen. Bei google.maps sieht man nichts, auch nicht in den topografischen Karten und in der Satellitenansicht. Allerdings zeigte mein Garmin auf seiner 1:25000 Karte einen verdächtigen blauen Fleck namens "Kleiner See", und der war es dann tatsächlich auch.

Es sah alles genauso aus wie damals. Das alte achteckige Becken mit der Brücke zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich, die halb zugewachsenen Sprungblöcke am Beckenrand, der angerostete Dreierturm, die Treppen mit ihren rostigen Geländern.



Liebe Seesener, falls jemand von euch nähere Informationen oder Fotos zur Geschichte dieses alten Schwimmbads hat, einen Link auf weiterführende Informationen kennt oder weiß, was damit in Zukunft passieren soll, würde ich mich über eine Mail freuen.

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