Sonntag, 13. März 2011

Washington D.C. - The National Mall

Wer nach Washington fährt, kommt nicht darum herum, die "Mall" zu besichtigen. Gemeint ist dabei keines der ebensoso beliebten wie überdimensionalen amerikanischen Einkaufszentren, sondern das knapp 3 km lange Gebiet zwischen City und Potomac River, das sich vorzugsweise zu Fuß erschließen lässt.

Wenn man im Westen beginnt, erreicht man zunächst das Lincoln Memorial:


Darin befindet sich eine große Statue von Abraham Lincoln, dem 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Geht man weiter nach Osten, folgt nach einem netten Pool und einigen Veteran Memorials das Washington Monument. Das ist der immerhin 170 Meter hohe weisse Obelisk, das Wahrzeichen der Stadt, das an diesem Regentag allerdings nicht sonderlich fotogen war.

Ganz im Osten befindet sich das Capitol, also der Sitz des amerikanischen Parlaments:


Geht man ungefähr von der Mitte der Mall einen Kilometer nach Norden, trifft man auf das Weiße Haus, den Amtssitz und die Residenz des US-amerikanischen Präsidenten:


Erwähnenswert sind auch die am nördlichen Rand der Mall angesiedelten großen Museen, deren Eintritt kostenfrei sein soll (was ich aus Zeitmangel nicht ausprobieren konnte). Zu ihnen zählt u.a. die National Gallery of Art und das National Museum of American History.

Für einen oberflächlichen Besuch der Mall reicht ein Tag (hin und zurück läuft man inkl. White House ca. zehn Kilometer). Wer das Gebotene en detail examinieren und dabei auch das eine oder andere Bauwerk von innen sehen will, sollte mindestens zwei Tage einplanen.

Die Aufnahmen sind übrigens mit der Samsung EX1 entstanden, meiner derzeitigen Not- und Reiseknipse. Weitere Beispielbilder von der EX1 finden sich in den Artikeln Hamburg Harley Days, Mit der EX1 auf Kreta und Tandemsprung in Hartenholm.

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Dienstag, 1. März 2011

Blaue Stunde Landungsbrücken

Ein besonderes fotografisches Erlebnis ist oft die blaue Stunde, also die Zeit zwischen Beginn und Ende der abendlichen oder morgendlichen Dämmerung. Wie der Name schon sagt, erscheint alles in einem blauen Licht und es entsteht ein interessanter Mix aus natürlichem und künstlichen Licht. Der Himmel ist noch nicht vollständig schwarz und meist kann man gerade noch ohne Stativ arbeiten.

Die folgenden Bilder habe ich Samstag Abend zwischen 18:05 und 18:20 an den Hamburger Landungsbrücken aufgenommen (Sonnenuntergang war ca. 17:40):

Alter Elbtunnel und Hotel Hafen Hamburg

Das Verlagsgebäude von Gruner und Jahr

Das Feuerschiff, im Hintergrund die Elbphilharmonie

Kehrwiederspitze und Elbphilharmonie

Niederbaumbrücke und Kehrwiederspitze

Sie wurden alle mit der Olympus E-P1 und dem Panasonic 1.7/20 aufgenommen. Bei ISO 400 habe ich mit Offenblende 2.0 fotografiert; und zwar anfangs mit 1/100 s. Belichtungszeit und eine Viertelstunde später schon mit 1/25. Anders als die meisten Panasonic-Objektive hat das 1.7/20er zwar keinen eigenen Bildstabilisator, aber durch die sensorbasierte Stabilisierung der Olympus konnten alle Aufnahmen aus der Hand fotografiert werden. Mit einiger Konzentration wäre in dieser Kombination auch noch eine 1/10 Sekunde möglich gewesen und ich hätte noch etwa 5 bis 10 Minuten weiter fotografieren können.

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Sonntag, 8. August 2010

Tandemsprung in Hartenholm

Wer träumt nicht davon, einmal aus 4000 Metern Höhe aus dem Flugzeug zu springen, in 50 Sekunden freiem Fall auf fast 200 km/h zu beschleunigen und anschließend am Schirm hängend sicher und wohlbehalten wieder am Boden anzukommen? Für Normalsterbliche ist der Tandemsprung das Mittel der Wahl, einen Adrenalinkick dieser Art am eigenen Leib zu erfahren.

Gestern hatte ich die Gelegenheit, bei einigen Tandemsprüngen hautnah dabei zu sein, und die Ergebnisse will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Die Protagonisten waren meine Arbeitskollegen Jörn und Kim mit ihrem ersten bzw. zweiten Tandemsprung; gesprungen wurde bei der Albatros Skyworld in Hartenholm. Angezettelt hat die Aktion mein Fallschirm springender Kollege Tobi, der auch ein nettes Weblog zum Thema betreibt.

Ich selbst habe keine Ahnung vom Springen und will auch gar nicht erst versuchen, diesbezüglich zu brillieren. Ich verstehe mich wie immer als Außenstehender, der euch die Geschehnisse durch das Auge der Reportagekamera näher bringt.

Los geht's!

Am Anfang steht die Registrierung vor Ort und das Entrichten der Gebühr von immerhin knapp 200 EURO:


Dann ist erst einmal Pause angesagt.

Gestern war ideales Sprungwetter, entsprechend lang war die Warteliste für die einzelnen Sprünge. Entscheidend ist die Arbeit des Sprungdienstleiters Christoph, der für die Planung und Einteilung der Flüge und Sprünge zuständig ist. Erst wenn er per Lautsprecheransage grünes Licht gibt, geht's los:


Tatsächlich ist aus dem geplanten 17:00-Uhr-Termin nichts geworden, sondern wir haben bis kurz nach sieben warten müssen, bevor es endlich losging. Na ja, bei schönem Wetter und Kaffee und Kuchen ließ sich das durchaus aushalten, aber für ungeduldige Naturen ist Fallschirm springen sicher nicht der richtige Sport. Nach der Freigabe unserer Grand Caravan bekam zunächst jeder der Tandemspringer einen Overall, dann wurde noch schnell ein "Abschiedsfoto" gemacht:



Anschließend wurde das Geschirr zur Anbindung an den Tandemmaster angelegt und das Outfit durch eine neckische Lederkappe komplettiert:



Als die Ausrüstung komplett war, gab es noch ein paar Instruktionen vom Sprunglehrer und es wurden einige Übungen zur korrekten Haltung nach dem Ausstieg absolviert:



Nachdem Kim und Jörn während der langen Wartezeit außerhalb des eigentlichen Sprungbereichs noch relativ entspannt waren, stieg die Spannung nun augenscheinlich langsam aber sicher an. Nach ungefähr 15 Minuten waren alle Vorbereitungen abgeschlossen und der Gang zum Flieger konnte angetreten werden:




Dort verbanden sich die Tandemspringer mit ihren Mastern und alle stiegen über eine Alutreppe durch die große Seitenluke in den Flieger ein. Ein paar Minuten später waren wir auch schon auf der Startbahn und unser Pilot Michael zog die Maschine völlig routiniert und absolut ruhig in den Himmel:



Insgesamt etwa 15 Springer saßen nun wie die Ölsardinen im hinteren Teil des Flugzeugs und warteten darauf, dass die Sprunghöhe von 4000 Metern erreicht wurde:


Wir sind zunächst von Hartenholm Richtung Neumünster geflogen, immer entlang der A7. Schon nach ein paar hundert Höhenmetern konnte man den Einfelder See, Plöner See und sogar den Selenter See sehen, später auch die Kieler Bucht mit den Kränen der HDW (immerhin über 30 km entfernt). Über Neumünster waren wir gut 2 km hoch, zogen eine Schleife um die Stadt und flogen dann auf dem endgültigen Kurs zurück nach Hartenholm.

Nach ca. 15 Minuten war die Absprungstelle (per GPS) erreicht und die Sprungluke wurde vom Piloten geöffnet. Auch wer bisher noch ruhig war, spätestens jetzt, als der Fahrtwind in die Kabine schoss, war jeder der Springer entweder aufgeregt oder - bei nicht vorhandener Erfahrung - mehr oder weniger nervös. Für ernsthafte Panikattacken blieb allerdings keine Zeit, denn nun ging alles ganz schnell. Zuerst hangelten sich die Einzelspringer aus der Luke, dann robbten die Tandems nach hinten und machten sich auf den Weg nach unten:




Unmittelbar nachdem der letzte Springer draussen war, hat der Pilot die Maschine in eine krasse Linkskurve gelegt und dann im Sturzflug auf den Boden zugehalten. Die Höhe, die vorher in zweimal 15 km Entfernung mühsam gewonnen wurde, musste nun in möglichst kurzer Zeit wieder vernichtet werden. Unglaublich, welche Fliehkräfte dabei entstehen! Das vorher angeratene "halt dich gleich nach dem letzten Springer mal vorsichtshalber am Armaturenbrett fest" hat nicht wirklich funktioniert. Dafür ging alles viel zu schnell. Ich habe mich irgendwie notdürftig mit einer Hand an der Decke abgestützt und mit der anderen Hand die Kamera festgehalten. Na ja, alles ist gut gegangen.

Die Springer waren trotz Stuka-Taktik etwas früher am Boden als der Flieger, daher hier ein Bild von einem landenden Tandem aus einer der früheren Karavanen:


Während des Sprungs wurden von einigen mitspringenden Profis auch Fotos gemacht und ein Video gedreht, das man sich schon ein paar Minuten nach der Landung ansehen konnte:


So, nun wisst ihr, wie es geht. Die beiden Springer waren jedenfalls restlos begeistert (OT Jörn: "das Grinsen im Gesicht war noch Sonntag morgen vorhanden..."). Wenn ihr Lust auf einen eigenen Tandemsprung habt, geht auf die Site der Albatrosse, dort könnt ihr alles Wichtige nachlesen - und euch bei Bedarf auch gleich online anmelden.

Nachtrag für die Techniker: auch diese Reportage habe ich mit der kleinen Samsung EX1 geschossen, ebenso wie die über die Windenergieanlage. Das liegt nicht nur daran, dass die Kleine so schön handlich ist, sondern dass sie mit ihrem 24-72er und der hohen Lichtstärke wunderbar für derartige Reportagen geeignet ist. Mit dem 7-14er an der E-P1 hätte ich mit max. Blende 4 fotografieren können, mithin also fast fünfmal weniger Licht auf dem Sensor gehabt. Das hätte dann Belichtungszeiten von 1/10 Sekunde oder ISO 1000 erfordert. Beides hätte vermutlich zu schlechterer Bildqualität geführt, als es mit der EX1 möglich war. Erstaunlich, nicht?

Noch schöner wäre es, wenn die EX1 etwas schneller wäre. Na ja, und eine besonders glückliche Figur gibt man mit so einer Zigarettenschachtel auch nicht gerade ab - Profis sehen anders aus ;-) Egal, das Ergebnis ist es, was zählt.

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Sonntag, 18. Juli 2010

Mit der EX1 auf Kreta

Wir waren gerade eine Woche auf Kreta, im Nordwesten, zwischen Chania und Rethminon, in dem kleinen Urlaubsort Georgiopoulis (man spricht das "Jor[g]jopoli[s]" aus - wir hatten auch einige Mühe damit ;-).

Am Abend vor dem Abflug hatte ich die große Fototasche schon gepackt und mich mühsam mit dem Gedanken angefreundet, sie neben dem ohnehin schon vollen Rucksack als Handgepäck mit mir herumzuschleppen. Wie beim Flug nach Kroatien sah ich schon die ungeschickten Hände eines humorlosen Gepäck-Kontrolleurs, dem das Röntgenbild der vollen Tasche zu komplex ist, fettige Fingerabdrücke auf Objektiven und Displays hinterlassen.

Da befiel mich ein abenteuerlicher Gedanke.

Ich dachte mir, warum nicht einfach den ganzen Krempel zuhause lassen und nur mit der kleinen Samsung EX1 auf Reisen gehen? Die Fototasche bleibt zuhause und mein Handgepäck reduziert sich auf den kleinen Rucksack, der nun noch nicht einmal mehr sonderlich voll ist. Die EX1 passt samt Ersatzakku und Speicherkarte, Handy und Mini-Faltkarte von Kreta in eine winzige Fototasche, die locker in den Rucksack geht. Auch für das kleine Ladegerät und ein paar Bücher und Zeitschriften ist noch Platz. Das Netbook und mein Manfrotto-Ministativ wandern ins Hauptgepäck in den Koffer:


Ich dachte mir "auch wenn ich es nie wieder tue" und habe es genau so gemacht. Auf Fotoreise mit einer Taschenknipse! Nun wollen wir mal sehen, was dabei heraus gekommen ist:

Der Hafen von Georgiopoulis

Am Kournas-See

Die Bucht von Georgiopoulis

Irgendwo in den weißen Bergen

Chora Sfakion von oben...

...von unten

...und von der Seite

Der Traumstrand von Elafonissi

Obwohl ich anfangs einige Bedenken hatte, muss ich sagen, dass dieses einfache Equipment gut funktioniert hat - obgleich ich auf dieser Reise nicht unerhebliche fotografische Ambitionen hatte. Gelegentlich habe ich eine etwas längere Brennweite vermisst, aber das eingebaute 24er, die hohe Lichtstärke des Objektivs, die insgesamt sehr beachtliche Bildqualität und das gute Handling der EX1 haben diesen Nachteil mehr als aufgewogen.

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Montag, 3. Mai 2010

Tiefenschärfe

Für einen kleinen Auftrag hatte ich letzte Woche eine Reihe von Hardware-Schnittstellen zu fotografieren. Dabei sollten technische Produktfotos auf weißem Hintergund ohne Firlefanz und Schnörkel gemacht werden, die in Prospekten und im Webshop verwendet werden können:


Eine besondere Herausforderung waren die ganz kleinen Geräte. Das folgende Platinchen mit dem treffenden Namen "XT-Nano" ist gerade mal 3 cm lang:


In üblicher Web-Auflösung hat das Foto schon eine drei- bis vierfache Vergrößerung und man sieht jeden Fussel wie unter dem Mikroskop. Nachdem die ersten Probeaufnahmen wenig beglückend waren, habe ich den Aufnahmetisch und die Beleuchtung vollständig entstaubt (war auch mal wieder nötig ;-) und die kleinen Komponenten mit Pinsel und Druckluft peinlich genau gereinigt. Danach waren die Ergebnisse besser.

Die zweite Schwierigkeit bestand darin, die kleinen Schnittstellen in perspektivischer Darstellung zu fotografieren:


Das Problem ist hierbei die geringe Schärfentiefe. Bei der kleinstmöglichen Aufnahmeentfernung des verwendeten Objektivs bekomme ich selbst bei Blende 22 keine ausreichende Schärfentiefe. Da keine besonders hohe Auflösung erforderlich war, bestand die Lösung darin, die Aufnahmeentfernung zu vergrößern und so die Tiefenschärfe auf das notwendige Maß zu erhöhen.

Wäre dies nicht möglich gewesen, wäre ich mit meinem Micro-Four-Thirds Equipment in ernsthafte Schwierigkeiten gekommen. Bei derartigen Aufnahmen kommt auch heute noch vielfach die gute alte Fachkamera mit ihren mannigfaltigen Verstellmöglichkeiten zum Einsatz. Oder es werden Spezialobjektive mit Tilt- und Shift-Möglichkeiten verwendet.

Ein brauchbarer Tiefenschärferechner findet sich übrigens hier (wer selbst experimentieren will: der Zerstreuungskreis für m43 beträgt 0.014 mm). Eine Alternative wäre ein Produkt wie Helicon Focus, mit dem man aus mehreren teilweise scharfen Bildern eines zusammensetzen kann, das von vorne bis hinten scharf ist. Ein guter Artikel zur Schärfentiefe findet sich auch in der Wikipedia.

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Mittwoch, 16. September 2009

Olympus E-P1 Firmware 1.1

Olympus hat wegen der nicht sehr überzeugenden Autofokus-Performance seiner - ansonsten sehr gelobten - E-P1 eine ganze Menge Kritik einstecken müssen. Umso erfreulicher ist es, dass die Software-Ingenieure relativ schnell reagiert haben und gestern ein Firmware-Update zur Verfügung gestellt haben, das diese Probleme adressiert.

Nachdem ich in einem früheren Artikel die Fokussiergeschwindigkeit ausführlich getestet hatte, war ich nun natürlich gespannt, was die Aktualisierungen wirklich bringen. In den einschlägigen Foren (z.B. auf dpreview.com) hatte ich zuvor von Verbesserungen der Initialfokussierzeit um 40 Prozent sowie von noch besseren Refokussierzeiten gelesen.

Also habe ich das Setup aus obigem Vergleich nachgebaut und die Messungen mit aktualisierter Firmware wiederholt:


Zwar ist tatsächlich eine signifikante Verbesserung herausgekommen. Allerdings liegt sie "nur" in der Größenordnung von etwa 200 ms., das entspricht etwa 16 Prozent. Der Durchschnittswert beträgt nun 1,08 Sekunden, verglichen mit 1,30 Sekunden vor dem Update:


Da in meinem Setup zwischen zwei Messungen weder Motiv noch Kamerastandpunkt verändert werden, hatte ich erwartet, dass die Messungen Nummer 2 bis 30 schneller sind als die erste, was auch tatsächlich der Fall zu sein scheint. Erst hatte ich das nicht gesehen, aber nachdem ich noch einmal nachgemessen habe, bin ich nun sogar der Meinung, dass die Verbesserungen ausschließlich auf die verbesserte Refokussierung zurückzuführen sind.

Der jeweils erste Fokussiervorgang nach dem Defokussieren dauert nämlich etwa solange wie der Durchschnittswert vor dem Firmware-Update, alle Folgemessungen dagegen sind schneller. In der alten Messung hatte ich das nicht unterschieden - rein theoretisch könnte also auch damals die Initialfokussierung etwas langsamer gewesen sein. "Rein praktisch" glaube ich aber nicht daran, denn alle mir bekannten Anwenderstimmen kritisierten gerade, dass das Refokussieren bei der E-P1 jeweils ebenso lange gedauert hat wie das initiale Scharfstellen - ganz im Gegenteil zur Panasonic G1, die das wesentlich schneller erledigt.

Die Schlußfolgerung daraus wäre also, dass das (erste) Scharfstellen eines neu anvisierten Motivs leider nicht schneller geworden ist. Erst beim erneuten Scharfstellen auf dasselbe Motiv (oder auf eines in vergleichbarer Entfernung) geht es etwas schneller. Hat man den in den Foren vielfach geäußerten Rat befolgt, das automatische Scharfstellen vom Auslöseknopf zu trennen und auf die AEL/AFL-Taste zu legen, hat man demzufolge nicht besonders viel von der Änderung, denn das Refokussieren tritt bei dieser Autofokus-Steuerung natürlich seltener auf als in der Grundeinstellung.

Es bleibt also dabei, Panasonic hat mit der Autofokus-Technologie der G1/GH1 auch weiterhin die Nase vorne. Dennoch ist das Firmware-Update natürlich allen E-P1-Besitzern zu empfehlen, denn es bringt immerhin eine gewisse Verbesserung - wir wollen schließlich nicht undankbar sein.

Der Vollständigkeit halber soll noch einmal darauf hinweisen werden, dass alle meine Erkentnisse aus einem einzigen experimentellen Setup resultieren, das mit einem einzigen Motiv, einer einzigen Fokussierentfernung und festen Zeit- und Blendeneinstellungen unter nicht allzu üppigem Kunstlicht arbeitet. Zudem habe ich nur das 14-42er Kit-Objektiv getestet, nicht aber das 17er und hatte nur jeweils einen Body und ein Objektiv jedes Typs zur Verfügung. Jeder möge daher für sich selbst einschätzen, wie repräsentativ die hier gemachten Aussagen sind und inwiefern sie verallgemeinert werden können. Für einen breiter angelegten Test fehlt mir die Zeit (und - ehrlich gesagt - auch die Motivation ;-).

In einem der nächsten Artikel werde ich untersuchen, wie sich das Firmware-Update bei Verwendung des Panasonic-Objektivs oder -Bodies auswirkt.

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Freitag, 11. September 2009

Schuster

Komisches Bild, ich weiss. Aber der Kleine (oder die?) lag heute morgen so einladend auf meiner Fensterbank, dass ich nicht wiederstehen konnte (ihr müsst das Bild anklicken, die Vorschau ist sehr unscharf):


Gezeigt wird eigentlich die Makro-Fähigkeit des 14-42er Kit-Objektivs der Olympus E-P1. Echte Spezies werden die Nase rümpfen, aber für den Hausgebrauch ist diese gar nicht mal so schlecht. Man kommt nämlich bei jeder Brennweite bis auf 25 cm an das Motiv heran (an die Bildebene wohlgemerkt- der Abstand zur Frontlinse ist noch eine Ecke kürzer). So ergeben sich bei 42 mm Brennweite durchaus beachtliche Makrofähigkeiten; der Schusterkörper ist nur 1,7 cm lang.

Das Hauptproblem bei dieser Art von Aufnahmen ist die sehr geringe Tiefenschärfe. Ich habe mit Blende 14 gearbeitet, also einer Blende, bei der das Objektiv schon nicht mehr seine maximale Schärfe erreicht, und trotzdem beträgt die Schärfentiefe vielleicht einen Millimeter. Sowohl die Augen als auch den Rüssel und die Fühler gleichzeitig scharf zu bekommen, ist also nicht möglich.

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Samstag, 25. Juli 2009

Autofokus-Vergleich Olympus E-P1 und Panasonic G1

Seit der Markteinführung der Olympus E-P1 wird viel über die Geschwindigkeit ihres Autofokus diskutiert, insbesondere im Vergleich zur (subjektiv) deutlich schnelleren Panasonic G1, des zweiten derzeit erhältlichen Mikro-4/3-Kamera-Typs. Da ich beide Kameras besitze, bin ich der Sache auf den Grund gegangen und habe die Kameras und ihre Kit-Objektive kreuzweise miteinander verglichen.

Hält man beim Scharfstellen das Ohr ans Objektiv, fällt zunächst auf, dass das Kit-Objektiv der G1 nicht nur viel schneller scharfstellt, sondern auch viel leiser zur Sache geht als das der Olympus. Das legt die Vermutung nahe, dass nicht nur der Body, sondern auch das Objektiv in Bezug auf die Fokussiergeschwindigkeit eine Rolle spielt. Und es nährt die Hoffnung, dass die E-P1 mit dem G1-Objektiv schneller fokusiert als mit ihrem eigenen. Und dass Olympus bald hochwertigere m4/3-Objektive auf den Markt bringen könnte, mit denen die E-P1 ebenfalls deutlich schneller scharfstellt als mit dem (letztlich nur 100 EURO teuren) Kit-Objektiv. Und, und, und, ...

Um es vorweg zu nehmen: nach der Auswertung der Ergebnisse glaube ich eher nicht mehr daran. Doch Eins nach dem Anderen.

In einem festen Motiv-Setup mit konstanten Lichtverhältnissen (ca. 1/50 s., f/4.7, ISO 100) habe ich beide Kameras auf einem Stativ montiert:


Dann habe ich mit allen vier Kamera-Objektiv-Kombinationen getestet, wie lange die jeweilige Variante benötigt, um auf das 70 cm entfernte Objekt scharfzustellen:


Die handgestoppten Messungen habe ich je 30-mal wiederholt, um trotz der unvermeidlichen Schwankungen in den Ergebnissen statistisch aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen.

Nachfolgend die Tabelle mit den Rohdaten und einer ersten Bestimmung der Mittelwerte samt zugehörigen 95%-Konfidenzintervallen:


Man sieht zunächst, dass die E-P1 mit ihrem Kit-Objektiv im Mittel 1.30 Sekunden zum Scharfstellen braucht, während das G1-Kit für die gleiche Aufgabe nur 0.46 Sekunden benötigt. Der Unterschied ist statistisch hochsignfikant (p < 0.01), d.h. die Irrtumswahrscheinlichkeit ist kleiner als 1 Prozent. Die Ergebnisse decken sich zudem in etwa mit den (wesentlich genaueren) Messungen von imaging-resource.com (E-P1, G1).

Kein Zweifel, das Panasonic-Kit stellt schneller scharf als das Olympus-Kit, und zwar im Mittel um ca. 0.8 Sekunden. Das entspricht fast Faktor 3, und man ist tatsächlich geneigt zu sagen, dass "Welten zwischen beiden Paketen liegen". Angesichts der Tatsache, dass die meisten einfachen Kompaktkameras heute schneller scharfstellen, würde ich Olympus Leistung bzgl. der Fokussiergeschwindigkeit der E-P1 fast als "beschämend" bezeichnen (die LX3 liegt in diesem Setup beispielsweise bei 0.81 s Sekunden).

Vergleichen wir nun Objektive und Gehäuse separat. Das Panasonic-Objektiv ist sowohl an der E-P1 schneller (etwa 150 ms.) wie auch an der G1 (etwa 480 ms.). Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Gehäusen. Das G1-Gehäuse ist sowohl mit dem Olympus-Objektiv schneller (etwa 350 ms.) wie auch mit dem Panasonic-Objektiv (etwa 680 ms.). Etwas pointiert könnte man sagen, dass Panasonic sowohl das bessere Gehäuse baut als auch das bessere Kit-Objektiv - jedenfalls bezogen auf die Fokus-Geschwindigkeit.

Könnte man das E-P1-Kit durch Austausch einer der beiden Komponenten verbessern? Ja, bei Umstellung auf das Panasonic-Objektiv würde sich die Fokussierzeit um ca. 150 ms. verbessern, also um gut 10 Prozent:


Der Austausch des Gehäuses würde mit gut 25 Prozent sogar etwa doppelt soviel bringen - aber dann hätten wir keine E-P1 mehr vor uns, sondern halt eine G1 (die durch das Olympus-Objektiv um die Hälfte verlangsamt wurde):


Beide Kombinationen bringen nicht annähernd die Fokussier-Geschwindigkit des reinen Panasonic-Kits.

Zu bemerken wäre noch, dass all diese Unterschiede hochsignifikant sind. Sie ergeben sich, wenn man die Konfidenzintervalle Mittelwerte der einzelnen Kombinationen miteinander vergleicht, oder durch Betrachtung der Konfidenzintervalle für die Differenzen der Mittelwerte; oder auch durch entsprechende t-Tests. Zu analogen Aussagen kommt man bei Durchführung einer Varianzanalyse.

Soviel zu den Fakten. Nun ins Reich der Spekulation; wie sind diese Unterschiede zu erklären?

Zunächst wollen wir annehmen, dass die Autofokuszeit Z sich aus zwei Komponenten G und O additiv zusammensetzt, also Z = G + O gelte. G sei die Zeit, die das Gehäuse benötigt (für Datenauswertungen, Rechenoperationen und Stellkommandos), O sei die Zeit, die das Objektiv benötigt (für die Ausführung der Stellkommandos). Um die beiden Hersteller zu unterscheiden, wollen wir Indizes p (Panasonic) und o (Olympus) anhängen.

Kann man die beobachteten Ergebnisse mit diesem einfachen Modell erklären, also Werte Go, Gp, Oo und Op finden, die das folgende Gleichungssystem lösen?

Go + Oo = 1.30
Go + Op = 1.14
Gp + Oo = 0.94
Gp + Op = 0.46

Die einfache Antwort ist nein, das Gleichungssystem hat keine exakte Lösung! Man kann allerdings versuchen, nach einer Näherung zu suchen. So liefern beispielsweise folgende Werte halbwegs brauchbare Ergebnisse:

Go = 0.74
Gp = 0.22
Oo = 0.64
Op = 0.32

Die gesamten Fokussierzeiten wären dann:

Go + Oo = 1.38
Go + Op = 1.06
Gp + Oo = 0.86
Gp + Op = 0.54

Was den tatsächlich gemessenen Werten relativ nahe kommt.

Wäre damit zu erwarten, dass zukünftige Objektive an der E-P1 erheblich besser peformen als das derzeitige Kit-Objektiv? Die Antwort lautet offenbar nein, denn das Gehäuse der E-P1 trägt nach diesem Modell immer selbst mindestens 0.74 Sekunden zum Gesamtergebnis bei. Selbst wenn Olympus es schaffen sollte, Oo beispielsweise auf 0.2 Sekunden zu reduzieren (und damit ein deutlich schnelleres Objektiv zu bauen als Panasonic es derzeit kann), bliebe die gesamte Autofokuszeit bei knapp einer Sekunde. Keine besonders rosigen Aussichten also.

Eine gewisse Hoffnung bieten Firmware-Updates, mit deren Hilfe Go reduziert werden könte. Aus meiner Erfahrung als Software-Entwickler weiss ich, dass geänderte Algorithmen oft zu drastischen Performance-Verbesserungen führen können. Aber sollte nicht eigentlich die Phase der Performance-Optimierung bereits hinter uns liegen? Wir haben ja schließlich kein Vorserienmodell vor uns, und Olympus hat sich mit der Entwicklung der E-P1 eigentlich genügend Zeit gelassen. Im übrigen liegen aus Vormodellen mit Kontrast-Autofokus (E-3 usw.) schon Erfahrungen vor, so dass die Algorithmen für den Autofokus eigentlich ausgereift sein sollten. Hardware-Verbesserungen könnten natürlich ebenfalls leicht zu Faktor 2 führen (laut Herrn Moore alle 2 Jahre), liegen aber außerhalb der Reichweite eines Firmare-Updates und blieben daher einem Nachfolgemodell vorbehalten.

Stimmt dieses Gedankenmodell auch nur einigermaßen, müsste natürlich auch ein Firmware-Update für das Kit-Objektiv her (jawohl, auch Objektive enthalten heutzutage eine Menge Software), um zu Autofokuszeiten zu kommen, die dem G1-Kit das Wasser reichen können.

Bei näherer Betrachtung wird allerdings deutlich, dass dieses Modell nur eine Näherungslösung liefern kann. Es erklärt insbesondere nicht vernünftig, warum das Panasonic-Objektiv von der G1 deutlich stärker profitiert als das Olympus-Objektiv. Ebenso wenig, warum die G1 vom Panasonic-Objektiv stärker profitiert als die E-P1. Bei einer rein additiven Zusammensetzung müsste der Austausch einer Komponente sich eigentlich auf beiden Systemen gleich auswirken.

Eine bessere Erklärung wäre die, dass Objektive und Gehäuse sich gegenseitig "beeinflussen" und eben gerade die Kombination aus beiden die Ergebnisse stark verändert. Meines Erachtens ist es insbesondere naheliegend anzunehmen, dass die Kombination Panasonic/Panasonic anders tickt als die übrigen drei und deshalb bessere Ergebnisse erzielt. Dass also neben dem normalen Micro-4/3-Autofokus-Modus, den alle kompatiblen Gehäuse und Objektive "sprechen", eine Art zweiter, Panasonic-eigener Modus existiert, der zwei- bis dreimal so schnell zu Werke geht wie der im Standard beschriebene.

Dass dieser Panasonic-proprietär sein muss, sieht man daran, dass weder das Panasonic-Objektiv die E-P1 nennenswert beschleunigt (von einem etwas schnelleren Autofokus-Motor einmal abgesehen), noch dass die G1 mit dem Olympus-Objektiv auch nur annähernd die Werte erreicht, die es mit dem eigenen Objektiv schafft (von etwas schnellerer Hardware einmal abgesehen). Mit Fremdfabrikaten verfällt die Panasonic-Technologie halt brav in den langsamen, aber kompatiblen Standard-Modus. Und die Olympus-Technologie (egal ob Gehäuse oder Objektiv) kann mit dem proprietären Modus des jeweiligen Panasonic-Gegenstücks nichts anfangen, erkennt ihn vermutlich nicht einmal.

Mir scheint das eine recht plausible Erklärung zu sein. Ob sie nun tatsächlich darauf zurückzuführen ist, dass Olympus die entsprechende Technologie nicht zur Verfügung hat, oder sie nicht bezahlen will, oder ob sie besseren und teureren Olympus-Geräten vorbehalten ist (damit etwa Panasonic als Technologie-Owner die Verkäufe seiner weitaus teureren GH1 nicht kannibalisiert), bleibt unklar. Rein technisch könnte so ein Beschleuniger natürlich auch in Software realisiert sein und durch Zahlung einer Prämie (oder durch einen findigen Hacker) aktiviert werden können.

Natürlich könnte auch Olympus eine proprietäre Erweiterung in petto haben. Eine von der Art, die bereits im Gehäuse der E-P1 implementiert ist, aber noch keine Wirkung zeigt, weil das (billige) Kit-Objektiv sie nicht beherrscht. Und die mit dem G1-Objektiv nichts bringt, weil sie ihrerseits zu Pansonics proprietärer Implementierung inkompatibel ist. Mit dem Erscheinen besserer (teurerer) Mikro-4/3-Objektive würde dann das unerwartete "Wunder" geschehen und die Fokuszeiten der E-P1 würden sich drastisch verbessern.

Das ist - wie gesagt - alles Spekulation.

Woran man glauben will, muss jeder für für sich selbst entscheiden. Ich jedenfalls vermute, dass die Fokuszeiten der E-P1 sich in nächster Zeit eben nicht dramatisch verbessern werden, sondern im Großen und Ganzen auf dem Niveau bleiben, auf dem sie gerade sind - auch wenn mich das selbst nicht besonders glücklich macht. Ob dieser Einwand schwerwiegend genug ist, die E-P1 nicht zu kaufen, muss ebenfalls jeder selbst entscheiden. Neben der Autofokus-Geschwindigkeit gibt es ja noch das eine oder andere Kriterium, das bei einer solchen Entscheidung eine Rolle spielt. Und wie man das Fokus-Problem (falls es denn überhaupt eins ist) etwas entschärfen kann, habe ich bereits im Hauptartikel Olympus E-P1 beschrieben. Gerade die hier in den letzten Tagen veröffentlichten Bilder zeigen ja durchaus, dass man auch mit der E-P1 ordentliche Ergebnisse erzielen kann.

PS. Olympus oder Panasonic, falls ihr diesen Beitrag lest, würden meine Leser und ich mich sehr freuen, wenn ihr Stellung dazu nehmen würdet.

Nachtrag: Am 15. September kam tatsächlich das erste Firmware-Update heraus. Wie es sich auf die Fokussiergeschwindigkeit auswirkt, lest ihr hier.

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Sonntag, 19. Juli 2009

Olympus E-P1 - Ein paar Bilder

Hier ein paar Bilder, die ich mit der neuen Olympus E-P1 aufgenommen habe. Bitte erwartet keine Wunder, ich bin nur zwei Stunden mit dem Rad durch die Stadt gefahren, das Wetter war nicht so dolle:




Die nächsten beiden Aufnahmen habe ich bei deutlich schlechterem Licht mit ISO400 gemacht und nachträglich in schwarz-weiss konvertiert:



Diese Aufnahmen sollen nur als Beispiele dienen, sie lassen natürlich keine ernsthaften Rückschlüsse auf die Bildqualität der E-P1 und des 14-42er-Kit-Objektivs zu (das überlasse ich den großen Test-Sites). Ich habe sie in Lightroom importiert, moderat nachbearbeitet und dann mit 640*480 Pixeln exportiert - genau so wie ich es mit den Bildern jeder anderen Kamera tue.

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