Donnerstag, 4. März 2010

Monsterflocken

Fast drei Wochen kein neuer Artikel auf Brobo Photo? Dafür muss es einen Grund geben! Und genau so ist es, "Schuld" waren die hier gezeigten Bilder mit den Schneeflocken, die ich Ende Januar aufgenommen habe:


Um etwas Bewegungsunschärfe in das Bild zu bekommen, habe ich nämlich während der Aufnahme mit verschiedenen Belichtungszeiten experimentiert. Das erste Bild wurde mit 1/400 s aufgenommen, das zweite mit 1/50:


Dabei habe ich mich gefragt, wie lange die Belichtungszeit sein sollte, um einen "guten" Eindruck von der Bewegung des fotografierten Objekts zu erhalten. Ich bin dann schnell dahinter gekommen, dass dabei noch eine ganze Reihe weiterer Parameter eine Rolle spielen. Neben der Belichtungszeit und der Bewegungsrichtung und -geschwindigkeit des Motivs sind dies nämlich auch die Größe des fotografierten Ausschnitts, die des Prints und der Abstand des Betrachters vom Bild. Daneben spielt natürlich das Auflösungsvermögens des menschlichen Auges eine Rolle.

Ruckzuck nahmen die Überlegungen größere Dimensionen an und aus der einfachen Formel wurde der Beginn eines ganzen Artikels. Da darin auch eine wenig Mathematik vorkam, wollte ich den Artikel als PDF einstellen statt als HTML-Code wie üblich. Versuche, diesen mit Word zu schreiben waren nervig und unbefriedigend. Diese Erfahrung hatte ich vor 15 Jahren schon einmal gemacht - als ich meine Master-Arbeit schrieb.

Also - Knuth*) sei Dank - LaTeX!

OK, die Standard-Installation braucht heutzutage 2,5 GB, damals waren es 20 MB - wie sich die Zeiten ändern. Also habe ich noch schnell den ohnehin überfälligen Mac durch ein neueres Modell ersetzt. Etwas Empirik ist auch im Artikel, also für die Datenanalyse und -präsentation R, vielleicht Rattle. Na ja, und das LaTeX-Wissen war auch nicht mehr so griffbereit wie einst. All dies hat ein paar Tage gedauert. Aber die Dinge entwickeln sich, der Artikel wächst und wird bald hier zu sehen sein. Bis dahin habt noch etwas Geduld...

*) Kaum ein Lebenswerk hat mich in den letzten 25 Jahren so sehr beeindruckt wie das von Don Knuth. Er hat nicht nur "The Art Of Computer Programming" geschrieben - darauf alleine wäre fast jeder Informatik-Professor auf der Welt stolz - sondern dafür mit TeX auch eines der nach wie vor erfolgreichsten Computer-Satzsysteme (dessen Versionsnummern witzigerweise gegen PI streben). Er hat unzählige Algorithmen entwickelt, analysiert und verbessert und hält neben diversen Patenten auch mehrere Dutzend (!) Ehrendoktortitel, ist Gewinner des Turing Awards und anderer Preise, spielt und besitzt eine eigene Kirchenorgel, usw. usw. Eigentlich unvorstellbar!